Das Gute liegt so nah

Einmal pro Monat öffnet das Café im Pavillion des Emil-Sräga-Hauses für Bewohner und Besucher. Hier waren die Tische gedeckt für Fasnachtssonntag. Es ist keine öffentliche Veranstaltung – aber die Möglichkeit für die Bewohner, das Flair eines Cafés zu genießen und mit dem Besuch einzukehren – ohne dass man weit fahren muss.

Fasnacht im Sräga-Alltag

Im Emil-Sräga-Haus ist die Fasnacht eingezogen. Präsenzkraft Zoltan Batki hat sich beispielsweise am Schmutzigen Donnerstag für eine üppige Haarpracht entschieden. Er sagt: „Das ist mal was anderes als sonst. Die Bewohner freuen sich darüber. Und es ist auch ein Zeichen, dass bald die Fastenzeit anfängt.“

Fasnacht im Emil-Sräga-Haus

Das Emil-Sräga-Haus ist mit Girlanden, Masken und in vielen bunten Farben schon fasnachtlich geschmückt. Auch in diesem Jahr wird es wieder ein besonderes Programm für die Bewohner des Hauses geben. Manfred Seidler wird wieder mit seiner Drehorgel zu Gast sein und für närrische Stimmung sorgen.

Geigenkonzert mit Marti Schruer

Marti Schruer ist Geigerin aus Leidenschaft. Und sie spielt auch jedes Jahr im Emil-Sräga-Haus. „Ich spiele seit meinem achten Lebensjahr Geige“, berichtet die aus Holland stammende Musikerin. Sie habe neben dem Bügelbrett von ihrer Mutter angefangen und dann als Studentin im Studentenorchester in Utrecht (NL) gespielt. Im Jahr 1986 ist sie auf die Reichenau gezogen – und noch in der gleichen Woche hat sie sich beim Unterhaltungsorchester gemeldet. Nun spielt sie in Singen schon lange Zeit im Collegium Musicum mit. Marti Schruer kann aus Erfahrung sagen: „Wenn man musiziert, findet man überall Anschluss. Musik ist eine internationale Sprache ohne Worte. Sie verbindet und macht gute Laune.“ Im Emil-Sräga-Haus ist sie immer am Morgen des Heiligabends zu Gast. Sie untermalt den Gottesdienst mit ihrer Geige – klassische Weihnachtslieder und Instrumentalstücke. Und seit einigen Jahren hat es sich entwickelt, dass sie danach noch ein kleines Konzert für die Bewohner gibt.

Unser Mogli

Wer ist Mogli? Ein Menschenjunge, der unter Wölfen aufwächst und um den es im Dschungelbuch geht, werden viele sagen. Aber im Emil-Sräga-Haus gibt es noch einen anderen Mogli: Der Yorki-Havaneser ist der Vierbeiner von Betreuungskraft Hanni Hassfeld. Er ist ein gern gesehener Gast bei denen, die im Emil-Sräga-Haus leben oder zu Besuch kommen. Wer einen Hund beobachtet oder streichelt, muss oft automatisch lächeln und kommt dabei zur Ruhe. Mogli gehört bei uns einfach dazu.

Übrigens: Uli Zeller, Betreuer und Seelsorger und seit 15 Jahren im Sräga-Haus tätig, hat wieder ein Buch geschrieben, in dem es auch um die flauschigen Vierbeiner geht: „Erinnerungen auf vier Pfoten. Hundegeschichten zum Vorlesen bei Demenz.“ Viele Geschichten tragen die Handschrift des Emil-Sräga-Hauses, viele Geschichten, die Heimbewohnerinnen und Bewohner erzählt haben, sind mit eingeflossen.

Besuch vom Randen

Der Körbeltal-Express, eine Abordnung des Gesangsvereins aus Tengen-Büßlingen hat Halt im Sräga-Haus gemacht. Mit Akkordeon, Gitarre und ihren kräftigen Stimmen tourten sie durch die Pflegeeinrichtung.. Zum Repertoire der Formation aus Tengen-Büßlingen gehören neben Advents- und Weihnachtsliedern auch Volkslieder und moderneres Liedgut. Heimbewohner und Personal konnten gar nicht anders als mitzusingen, zu schunkeln und zu tanzen. Einzelne holten sogar ihre Smartphones und filmten den musikalischen Auftritt, um die Stimmung festzuhalten. Im Bild von links nach rechts: Oskar Schoch, Uli Ritzi, Artur Maier, Walter Beck, Heiner Wetzstein.

Es weihnachtet sehr

Weihnachtliche Stimmung ist auch im Emil-Sräga-Haus eingezogen. Auf allen Wohnfamilien steht ein Weihnachtsbaum. Dieser wird auf jeder Familie individuell geschmückt – und man spürt jedem Baum den individuellen Stil des Wohnbereichs an. Da sind manche Bäume reichlich behangen, andere eher spartanisch ausgerüstet. Im einen Wohnbereich mag man mehr Glitzer und im anderen weniger. Auch werden die Bewohner ganz nach ihren Möglichkeiten einbezogen, den Baum zu schmücken. Dabei kommt es nicht auf das Ergebnis an. Auch wenn jemand nur eine Christbaumkugel in der Hand hin und her wiegt und dabei vielleicht an frühere Zeiten erinnert wird, sind das kostbare Augenblicke.

Ein treuer Helfer im Emil-Sräga-Haus

Peter Maier lebt im Emil-Sräga-Haus. Wo immer seine Hilfe benötigt wird, packt er an. Wenn der Hausmeister jemanden braucht, der ihm eine Türe hält, packt Peter Maier an. Und auch wenn der Kompost in den Wertstoffhof gebracht wird, ist Peter Maier gerne dabei.

Er berichtet: „Ich kann hier an vielem teilnehmen: Gymnastik, Ballspiele, Denkaufgaben, Bingo spielen, Kegeln an der Minibahn.“ Es gebe zudem vielseitige Bastelaktionen. Und bei den Gartenfreunden werde gezeigt, wie man Balkonkästen bepflanzt und vieles mehr. Sogar der Kirchgang im Pavillion sei möglich. Immer wieder kommt eine Drei-Mann-Kapelle ins Haus, beschreibt er das Angebot im Haus weiter. Diese seien schon so oft da gewesen, dass sie den Spitznamen „Sräge-Trio“ bekommen haben. Hier könne man mitsingen und tanzen – Volkslieder, Schlager und Altbekanntes. Und im Sommer freut sich Herr Maier über das Oldtimertreffen im Innenhof. Im Advent werden Plätzchen im Haus gebacken und Peter Maier weiß, wie das geht. „Die Verwaltung und das Personal geben sich große Mühe, dass es uns Bewohnern gut geht“, betont er. Für die Mühe und Unterstützung möchte er sich bedanken.

Die positive Farben-Therapie: Gusti Döppner und ihr farbenfrohes Hobby

Heimbewohnerin Gusti Döppner, 89 Jahre, ist der Meinung, dass sie das Malen in eine positive Stimmung wie Ruhe, Ausgeglichenheit, Leichtigkeit und manchmal fast in ein Nichtdasein versetzt.

Vor drei Jahren ging sie mit ihrem Mann, der sehr krank war, in ein Pflegeheim, wo er dann 2022 verstarb. Sie erlebten dort noch ihre Eiserne Hochzeit (65 Ehejahre).

Frau Döppner wechselte dann das Heim und wohnt nun seit einem Jahr im Emil-Sräga-Haus in Singen, wo sie sich mit ihrem Hobby, der Malerei und der Betreuung wohl fühlt. Man spürt ihre Ausgeglichenheit. Wenn sie selber noch kann, ist sie zu den Bewohnern sehr hilfsbereit und aufmunternd. Trotz allem weiß sie, dass das nicht immer so sein wird.

Frau Döppner meint, dass sie sich trotzdem nicht verloren fühlen wird. Sie sagt, Gott ist immer da und das gute Pflegepersonal, das dann nach mir schaut, ist auch da.

Drau Döppner sagt, so gesehen gibt es eigentlich nichts zu fürchten. Die Farben, die mich dort begrüßen, sind dort bestimmt noch intensiver als hier.

Sie sagt weiter: Auch wir Bewohner hier im Hause Sräga haben immer wieder Freude und es wäre schön, wenn uns der liebe Gott noch etwas Zeit gäbe, um in unseren Familien dankbar und liebevoll beieinander sein zu können.

Gusti Döppner meint, man kann wenn man noch in der Lage ist, für den Mitbewohner ein offenes Ohr haben.

Frau Döppner verkauft keine ihrer Bilder. Bei Interesse können sie im Haus Nord und Süd an den Wänden besichtigt werden.

Neulich war Frau Döppner sogar im Südkurier: https://www.suedkurier.de/region/kreis-konstanz/singen/farben-machen-ihr-mut-und-freude;art372458,11798272

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